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Menschen der Steinzeit 

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Als die ersten Vertreter der Hominini, die Werkzeuge nutzten, gelten Homo habilis und Homo rudolfensis, allerdings wurden auch Paranthropus robustus aus dem Formenkreis der Australopithecina Werkzeugfunde zugeschrieben. Der ihnen nachfolgende Homo erectus hat bereits Werkzeuge und Feuer genutzt; der erst 2003 entdeckte, kleinwüchsige Homo floresiensis, der noch vor rund 12.000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores lebte, war möglicherweise ein direkter Nachfahre von Homo erectus. All diese Arten der Gattung Homo sind dem Altpaläolithikum und seinen Geröll- und Faustkeilkulturen zuzurechnen. Hochrechnungen gehen davon aus, dass zu dieser Zeit auf der Erde nur wenige zehntausende Individuen existierten. Als Menschentypus des Mittelpaläolithikums schlechthin wird von vielen Forschern der in Europa vor rund 200.000 Jahren aus Homo erectus / Homo heidelbergensis hervorgegangene Neandertaler angesehen. Zugleich existierten in Afrika bereits die Übergänge von Homo erectus zu Homo sapiens (also zum modernen Menschen). Die ersten modernen Menschen in Europa waren dann – vor rund 35.000 Jahren – die Cro-Magnon-Menschen. Am Beginn des Jungpaläolithikum lebten Neandertaler und moderner Mensch einige Jahrtausende noch nebeneinander, manche Forscher sehen in den Kulturen des Aurignacien (Homo sapiens) und dem etwa gleichzeitigen Châtelperronien (Neandertaler) eine mögliche Unterscheidung auch in der materiellen Hinterlassenschaft, was allerdings umstritten ist. Vor etwa 30.000 Jahren starb der Neandertaler aus und überließ die Erde allein dem modernen Menschen, der Träger der weiteren Kulturen.

Neandertaler

Die Neandertaler lebten im Mittelpaläolithikum in der Zeit von vor ca. 160.000 bis mindestens vor 30.000, vielleicht sogar vor 24.000 Jahren. Die ältesten Funde stammen aus Kroatien (nahe der Stadt Krapina) und Italien; sie sind etwa 130.000 bzw. 120.000 Jahre alt. Der Fund aus dem Neandertal wird heute auf ein Alter von 42.000 Jahren datiert. Die Fossilfunde konzentrieren sich auf Süd- und Mitteleuropa und den Nahen Osten (Israel), doch gibt es auch Funde aus dem Nordirak, Usbekistan und dem Altaigebirge (Okladnikow-Höhle).

 

Homo neanderthalensis stammt nach heutigem Kenntnisstand vom Homo heidelbergensis ab, der wiederum aus Homo erectus hervorging. Gelegentlich wird das Entstehen der Neandertaler als eigenes Taxon daher sogar in die Zeit vor 500.000 Jahren datiert, als sich die Entwicklungslinie des späteren Homo sapiens von der zum Neandertaler führenden Linie trennte; in diesem Fall wird also formal eine frühe Abgrenzung vom Homo erectus vorgenommen.

 

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Der verbreiteten Ansicht, dass der Neandertaler besonders an die Kaltzeiten der Würm-Eiszeit angepasst war, scheint zu widersprechen, dass er bereits lange vor dem Kältemaximum ausstarb. Als es nach dem Interstadial 5 (vor ca. 30.000 Jahren) sehr kalt wurde, gab es nördlich der Alpen keine Neandertaler mehr, die letztdatierten Funde (Zafarraya vor 30.000, Vindija-Höhle 32.000, Mesmaiskaja-Höhle 29.000 Jahren BP) liegen alle deutlich südlicher und sprechen daher eher für eine Kälteflucht. Die Datierungen von weniger als 34.000 BP (14C-Jahren) wurden allerdings aus methodischen Gründen in jüngerer Zeit bezweifelt.

 

Noch vor dem Kältemaximum der letzten Eiszeit drang Homo sapiens aus Afrika über den Nahen Osten nach Norden vor (vor 40.000 Jahren, nach Auffassung von Paul Mellars, Universität Cambridge, bereits vor 46.000 Jahren) und besetzte in der Folgezeit den bisherigen Lebensraum des Neandertalers (gemeinsam für nur etwa 6.000 Jahre). Wie viel Zeit verging, bis Homo sapiens bis zur Atlantikküste vorgedrungen war, ist unklar, zumal die Anwesenheit von Cro-Magnon-Menschen in Mittel- und Westeuropa frühestens für die Zeit vor 32.000 Jahren durch Knochenfunde belegt ist. Welche Gründe im Einzelnen Homo sapiens Vorteile gegenüber dem Neandertaler verschafften, ist nicht bekannt.

 

Dass er in Bezug auf die Intelligenz dem modernen Menschen ebenbürtig gewesen sein dürfte, kann nicht schon aus dem größeren Gehirnvolumen des Neandertalers geschlossen werden (dies wurde vielmehr als ein weiteres Symptom der Kälteanpassung gedeutet). Vielmehr bezeugen kulturelle Hinterlassenschaften eine dem Homo sapiens ebenbürtige Entwicklungsstufe. Da dem Neandertaler lange Zeit nur eine geringe Intelligenz zugestanden wurde, sind früher solche Kulturspuren des Neandertalers generell Homo sapiens zugeschrieben oder im Abraum der Ausgrabungen übersehen worden, weswegen diese neuere Erkenntnis ganz überwiegend auf erst in jüngerer Zeit entdeckten Funden beruht.

 

Körperlich besaß der moderne Mensch eine schnellere Beweglichkeit und längere Ausdauer bei weiten Gehstrecken; vor allem benötigte er aufgrund seiner geringeren Muskulatur erheblich weniger fleischliche Nahrung. Der Kalorienbedarf der Neandertaler hingegen muss schon im Ruhezustand beträchtlich gewesen sein. Der leichtere Körperbau – so diese Theorie – des modernen Menschen habe diesem sein Überleben gesichert, während der Neandertaler ausstarb.

 

In weiten Teilen der Iberischen Halbinsel, auf der südlichen Krim und im Vorderen Orient war das Klima milder. Hier sind Neandertaler noch für die Zeit vor ca. 30.000 Jahren (Mesmaiskaja-Höhle) nachgewiesen. Der Fundplatz mit den möglicherweise jüngsten Funden ist die Gorham-Höhle, in der Steinwerkzeuge aus der Zeit um 28.000 gefunden wurden, die den Neandertalern zugeordnet wurden. Für noch jüngere Funde aus der Zeit um 24.000 gilt die Zuordnung zu Neandertalern derzeit als nicht gesichert.

 

Die Gründe für das Aussterben der Neandertaler sind unbekannt. "Am wahrscheinlichsten erscheint die Theorie des Neandertalers als Fortpflanzungsmuffel. So genannte ‚bottle-neck‘-Situationen, also Bevölkerungsengpässe, waren keine Seltenheit in der Geschichte der Menschheit und könnten daher auch den Neandertaler betroffen haben."

 

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Entscheidend für das Aussterben könnte somit gewesen sein, dass der moderne Mensch früher geschlechtsreif wurde und mehr Nachkommen hatte.[9] So schätzen Forscher, dass eine Neandertalerin nur ungefähr alle vier Jahre ein Kind zur Welt brachte. Dies ist wohl auch ein Grund, warum nie mehr als einige tausend Neandertaler zur gleichen Zeit gelebt haben dürften. Statistische Bevölkerungsmodelle zeigen, dass schon Unterschiede von wenigen Prozent ausreichen, um in wenigen tausend Jahren eine Menschengruppe völlig in einer anderen aufgehen zu lassen bzw. zum Aussterben der weniger begünstigten Gruppen führen.

 

Die neueste Theorie zum Aussterben des Neandertalers lieferte im Jahre 2009 ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Anthropologie, welches den bislang umfangreichsten Erbgutvergleich bei Neandertalern durchführte. War man bisher davon ausgegangen, dass vor 30.000 Jahren ungefähr 50.000 Neandertaler in Europa lebten, geht man jetzt davon aus, dass es nur rund 10.000 waren. Eine so kleine Population konnte daher leicht durch Seuchen oder Nahrungsmangel ausgerottet werden.

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